Ursachen einer Berufsunfähigkeit

Die Ursachen einer Berufsunfähigkeit haben sich in den letzten Jahren in Deutschland verschoben. Bis in die 1990er Jahre waren physische Auslöser, nämlich Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates, die Hauptauslöser für eine Berufsunfähigkeit, inzwischen haben psychische Erkrankungen den ersten Platz bei Männern wie Frauen eingenommen.

Natürlich gibt es weitere physische Ursachen wie Krebs, allerdings sind beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen ebenso häufig auf eine angegriffene psychische Konstitution infolge des erhöhten Drucks in einer komplexer werdenden Arbeitswelt zurückzuführen.

Da die gesetzliche Erwerbsminderungsrente schon seit dem Jahr 2002 drastisch zurückgefahren wurde, gilt eine private Berufsunfähigkeitsversicherung gerade für die Jahrgänge ab 1961 und jünger als essenziell und unabdingbar.

Ursachen für Berufsunfähigkeit

Jüngste Statistiken zeigen bei Frauen wie Männern ein relativ einheitliches Bild, lediglich bei den psychischen Erkrankungen liegt der Anteil der Frauen deutlich höher, bei Krebs haben Männer eine höhere Rate hinsichtlich der Berufsunfähigkeit zu beklagen.

Tabelle für Ursachen einer BU bei MännernBei den physischen Ursachen für Berufsunfähigkeit dominieren nach wie vor Erkrankungen des Bewegungsapparates, also des Skeletts, der Muskeln und der Bänder. Der typische Bandscheibenvorfall beendet bei vielen produktiv Tätigen, aber auch Büroarbeitern die Berufstätigkeit, und zwar vielfach auf Dauer und unwiderruflich.

Von Erkrankungen des Bewegungsapparates sind insgesamt 16,8 % der männlichen Beschäftigten und 16,6 % der Frauen betroffen, weitere physische Ursachen sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Männer: 14,5 %, Frauen: 15,6 %), Krebs (Männer: 13,7 %, Frauen: 7,1 %) und Nervenleiden, etwa irreversible Sehnenscheidenentzündungen (Männer: 5,9 %, Frauen: 6,1 %).

Tabelle über Ursachen einer BU für FrauenHierbei ist jedoch ebenso wie bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Grenze zwischen physischen und psychischen Auslösern für eine Berufsunfähigkeit kaum scharf zu ziehen. Betroffene berichten beispielsweise, dass sie aufgrund hohen Arbeitsdruckes physische Auslöser wie eine mangelhafte Sitzhaltung und andere ergonomische Ursachen schlicht nicht beachtet haben.

Rein psychische Ursachen sind inzwischen die Hauptauslöser von Berufsunfähigkeit, hiervon sind Männer zu 27,9 %, Frauen zu 38,3 % betroffen. Depressionen und Burn-out sind die häufigsten Krankheitsmuster.

Versicherung gegen die Berufsunfähigkeit

Gegen Berufsunfähigkeit müssen sich die Erwerbstätigen, die im Jahr 2012 maximal 50 Jahre alt sind, dringend privat versichern. Innerhalb der gesetzlichen Rentenversicherung genießen zwar Angestellte noch einen eingeschränkten Schutz durch die Erwerbsminderungsrente, diese wurde jedoch so stark beschnitten, dass ihre Leistungen keinesfalls mehr genügen und vor allem bei jüngeren Personen ein Abgleiten in die Sozialhilfe nicht mehr verhindern können.

Von wenigstens einer zeitweisen Berufsunfähigkeit sind inzwischen knapp ein Viertel aller deutschen Beschäftigten irgendwann im Verlaufe ihres Lebens betroffen. Gerade in nervlich strapaziösen Berufen wie Sozialarbeiter, Krankenpfleger oder Lehrer, aber auch auf mittleren Management- und Verwaltungsebenen kann der Burn-out nie ausgeschlossen werden.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung schützt schon ab einer 50-prozentigen Unfähigkeit, einem Beruf nachzugehen, und verweist auch nicht abstrakt auf andere mögliche Tätigkeiten (wenn doch, wird von solchen Policen abgeraten). Der Schutz ist relativ preiswert, allerdings macht sich ein Anbietervergleich hinsichtlich der Leistungen und Versicherungsbedingungen dringend erforderlich.