Die Risikogruppen bei der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung

Dachdecker auf DachOb und zu welchen Konditionen eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen werden kann, hängt von mehreren Faktoren ab. So wirken sich zum einen persönliche Merkmale wie das Alter, der aktuelle Gesundheitszustand und die bisherige Krankengeschichte auf die individuelle Risikobewertung aus.

Zum anderen spielt der ausgeübte Beruf eine entscheidende Rolle und hierzu teilen die Versicherer die einzelnen Berufe üblicherweise in verschiedene Risikogruppen ein.

Risikogruppen bei der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung: Weshalb diese Kategorien?

Es ist es recht einfach zu erklären und auch durchaus nachvollziehbar, weshalb die private Berufsunfähigkeitsversicherung die einzelnen Berufe in unterschiedliche Risikogruppen einordnet: Je höher das Risiko ist, dass ein Versicherungsnehmer wegen einer Erkrankung, eines Unfalls oder körperlicher Beeinträchtigungen infolge der Dauerbelastung vorzeitig aus dem Berufsleben ausscheidet, desto höher ist auch das Risiko, das die Versicherung durch die Absicherung dieses Risikos eingeht.

Aus diesem Grund werden Berufe, bei denen körperlich schwere Arbeiten auf der Tagesordnung stehen oder die in einem gefährlichen Umfeld stattfinden, als risikoreicher eingestuft als Arbeiten, die ohne größere körperliche Anstrengung, überwiegend im Sitzen und in einem ungefährlichen Umfeld ausgeübt werden. Ein höheres Risiko gleicht die Versicherung durch sogenannte Risikoaufschläge aus, die sich in höheren Beiträgen bemerkbar machen.

Zwei Friseure bei der Arbeit in einem Friseursalon.Welche Risikogruppen kennt die private Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Versicherer legen unterschiedliche Statistiken zugrunde, um die einzelnen Berufe in verschiedene Risikogruppen einzuordnen. Üblicherweise unterscheidet die Berufsunfähigkeitsversicherung dabei zwischen vier Risikogruppen:

  • Die erste Gruppe bilden Tätigkeiten, bei denen geistige Leistungen im Vordergrund stehen und die in einem vergleichsweise sicheren Arbeitsumfeld stattfinden. Akademiker werden dieser Gruppe beispielsweise meist zugeordnet
  • In die zweite Gruppe werden Tätigkeiten mit normalem Berufsrisiko eingeteilt. Diese Tätigkeiten finden häufig im Sitzen statt und erfordern nur leichte körperliche Arbeit. Typische Beispiele sind die Bürokauffrau oder der Bankkaufmann
  • Berufe mit erhöhtem Risiko, die körperlich anstrengende Tätigkeiten beinhalten oder in einem risikoreichen oder stressigen Arbeitsumfeld stattfinden, werden der dritten Gruppe zugeordnet. Beispiele wären der Friseur und die Verkäuferin
  • Zur vierten Gruppe zählen Tätigkeiten mit einem hohen Berufsrisiko. Bei diesen Tätigkeiten werden regelmäßig schwere körperliche Arbeiten ausgeführt oder das Arbeitsumfeld birgt Gefahren. Handwerker werden vielfach dieser Gruppe zugeordnet

Wie wirkt sich die Risikogruppe auf die Beiträge aus?

Drei Akademiker besprechen etwas vor einem Computer auf einem SchreibtischJe höher das Risiko für ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Berufsleben aus gesundheitlichen Gründen und damit einer Berufsunfähigkeit ist, desto höher sind in aller Regel auch die Beiträge. Stuft der Versicherer das Risiko als zu hoch ein, kann es jedoch auch passieren, dass er den Versicherungsantrag vollständig ablehnt. Allerdings legt jeder Versicherer seine eigenen Maßstäbe an, wenn es um die individuelle Risikobewertung geht.

Insofern ist möglich, dass ein Versicherer eine Berufstätigkeit als risikoreich einstuft und entsprechend hohe Beiträge erhebt, während ein anderer Versicherer diese Berufstätigkeit als weniger gefährlich bewertet und einer günstigeren Risikogruppe zuordnet.

Vor dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist es daher immer ratsam, mehrere Angebote einzuholen und miteinander zu vergleichen.