Grundsicherung bei Erwerbsunfähigkeit

Personen, die aufgrund einer Erkrankung nicht mehr erwerbsfähig sind, können ihren Lebensunterhalt selbst nicht mehr verdienen und haben daher nicht selten finanzielle Probleme. Um Härtefälle zu vermeiden, gibt es in Deutschland die Grundsicherung bei voller Erwerbsunfähigkeit.

Die Grundsicherung sichert auf Basis der Sozialhilfe ein Grundeinkommen, mit dem zumindest die wichtigsten Ausgaben bewältigt werden können.

Die Grundsicherung als Sozialhilfe

Geldmünzen unter einem SchirmIn einem Sozialstaat wie Deutschland haben alle Bürger Anspruch auf finanzielle Hilfe, wenn sie ihren Lebensunterhalt selbst nicht auf irgendeine Art verdienen können. Dies gilt auch bei einer Erwerbsunfähigkeit und somit auch dann, wenn es aus medizinischen Gründen nicht mehr möglich ist zu arbeiten.

Die Grundsicherung ist in diesem Zusammenhang eine Sozialhilfe, die bereits seit Januar 2003 beantragt werden kann. Diese bedarfsorientierte Basisleistung soll Ihre wichtigsten Ausgaben wie Mieten, Lebensmittel und Kleidung abdecken, um Ihnen ein Überleben zu sichern.

Wer die Grundsicherung beantragen kann

Anspruchsberechtigt sind Sie dann, wenn Sie das 18. Lebensjahr vollendet haben und aufgrund einer Krankheit nicht mehr in der Lage sind, einer Arbeit nachzugehen. Eine Erwerbsunfähigkeit ist dann gegeben, wenn Ihre körperlichen Voraussetzungen nicht mehr ausreichen, um zumindest drei Stunden täglich zu arbeiten.

Die Leistung ist unabhängig vom Arbeitsmarkt und setzt nicht den Bezug der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente voraus. Ob Sie allerdings Anspruch auf die Grundsicherung bei Erwerbsunfähigkeit haben, wird in jedem Fall vom Rentenversicherungsträger, der im Auftrag der zuständigen Stadt oder der Gemeinde tätig wird, gesondert geprüft.

Personen jedoch, die ihre Bedürftigkeit in den vergangenen Jahren grob herbeigeführt haben oder deren Eltern und Kinder ein Einkommen über 100.000,- € erzielen, können diese Sozialhilfe nicht beantragen.

Die Höhe der gesetzlichen Leistungen

Die Höhe der Grundsicherung wird per Gesetz bestimmt und vom Rentenversicherungsträger festgelegt. Als Betroffene erhalten Sie seit dem 01. Januar 2005 einen Regelsatz, in dem die Kosten für Unterkunft, Heizung und Lebenshaltung zusammengefasst sind.

Gehbehinderte Menschen können zusätzlich einen Mehrbedarf von 17 % geltend machen, sofern sie einen Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen „G“ besitzen. Auch anderer Mehrbedarf, etwa für die Erziehung Ihrer Kinder sowie einer eventuell notwendigen kostenintensiven Ernährung, können Sie bei der Grundsicherung entsprechend geltend machen.

Sofern Einkommen erzielt werden oder Vermögen vorhanden ist, wird dieses auf die Grundsicherung bei Erwerbsunfähigkeit angerechnet. Schließlich sollen nur diejenigen Bürger eine Sozialleistung erhalten, die diese tatsächlich benötigen. Renten, Ehegattenunterhalt und Zinsen aus Kapitaleinkünften werden daher der Grundsicherung gegengerechnet.

Grundsicherung bei Berufsunfähigkeit

100,- € Scheine kommen in einem Rettungsring angeflogenAnders als bei der Erwerbsunfähigkeit besteht bei einer Berufsunfähigkeit in der Regel kein Anspruch auf Grundsicherung. Als berufsunfähig gelten Menschen, die durch eine Krankheit ihren derzeitigen Beruf nicht mehr ausüben können, erwerbsunfähig hingegen ist, wer gar nicht mehr arbeiten kann.

In der Regel ist es bei Berufsunfähigkeit jedoch noch möglich, eine andere, körperlich weniger schwere, Tätigkeit anzunehmen und so selbst den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen. Diese Verweisung auf einen anderen Beruf nennt sich ‚abstrakte Verweisung‚ und gehört auch zu Versicherungsklauseln, die jeder beachten sollte.

Im Falle einer Berufsunfähigkeit ist es somit nötig, unabhängig der eigenen Ausbildung und Qualifikation sowie unabhängig des Verdienstes, in eine andere Branche oder in einen anderen Beruf zu wechseln, um Ihr Einkommen zu sichern. Lediglich dann, wenn Sie privat vorgesorgt und eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen haben, erhalten Sie eine monatliche Rente bei Berufsunfähigkeit. Sie sichert Ihnen Ihr Einkommen, so dass Sie die keine Sozialhilfe benötigen.