Checkliste zur privaten Berufsunfähigkeitsversicherung

Eine der wichtigsten Versicherungen überhaupt, welche man möglichst zeitig abschließen solle, ist die private Berufsunfähigkeitsversicherung. Immerhin ist die Berufsunfähigkeit gesetzlich nicht geregelt, obwohl doch jeder vierte bis fünfte deutsche Arbeitnehmer berufsunfähig wird.

Um in solch einem Fall nicht vor dem finanziellen Ruin zu stehen, ist eine private Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll und nötig. Folgende Checkliste zur privaten Berufsunfähigkeitsversicherung soll Ihnen vor dem Abschluss einer solchen Versicherung wertvolle Tipps geben.

Checkliste: In welchem Fall springt eine private Berufsunfähigkeitsversicherung überhaupt ein?

Eine Checkliste hiilft, die perfekte private Berufsunfähigkeitsversicherung zu finden.Die private Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt immer dann eine monatliche Rente, wenn ein Arbeitnehmer aufgrund von Krankheit oder Unfall seinem Beruf dauerhaft nicht mehr nachgehen kann. Wurde keine solche Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen, erhalten vollständig Berufsunfähige meist nur eine kleine Entschädigung aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Für nach dem Jahr 1961 Geborene beträgt diese gerade einmal 29 % des letzten Bruttoeinkommens. Diese Leistungen vom Staat werden auch als Erwerbsminderungsrente bezeichnet.

Selbständige, Ärzte, Hausfrauen und Hausmänner sowie Auszubildende und Studenten haben in der Regel gar keinen Anspruch auf Leistungen vom Staat. Gleiches gilt übrigens auch für Beamte – für sie lohnt der Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung! Sie sollten  jedoch darauf achten, dass in ihrem Fall die Berufsunfähigkeit mit der Dienstunfähigkeit gleichgesetzt ist.

Checkliste: das persönliche Risiko bedenken

Grundsätzlich sind natürlich einige Berufsgruppen mehr gefährdet, berufsunfähig zu werden. Ein Dachdecker beispielsweise hat hier ein deutlich höheres Risiko als eine Büroangestellte. Auch Rechtsanwälte oder Notare gehören eher zu Berufen, die einem nur geringen Risiko ausgesetzt sind. Dennoch sollten auch sie über den Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung nachdenken. Immerhin wird man nur in den wenigsten Fällen aufgrund eines Unfalls berufsunfähig, vielmehr sind es berufsspezifische Krankheiten, welche ebenfalls ein großes Risiko bergen.

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung springt auch dann ein, wenn man aufgrund von psychischen Krankheiten wie Depression oder Burn-Out oder Erkrankungen des Bewegungsapparates berufsunfähig wird. Auch Krebs sowie Herz- und Kreislauferkrankungen zählen zu den möglichen Ursachen für eine Berufsunfähigkeit.

Der Vorteil eines eher ungefährlichen Berufes ist übrigens, dass man in diesem Fall deutlich geringere Beiträge zur Versicherung zahlen muss.

Checkliste: Gibt es Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung?

Zu zahlreichen Versicherungen wird eine Berufsunfähigkeitsversicherung als Zusatzbaustein angeboten. Empfehlenswert ist dies allerdings nicht, da der Schutz entfällt, wenn beispielsweise die Kapitallebensversicherung stillgelegt wird.

Es gibt sinnvolle und weniger sinnvolle Alternativen zur privaten Berufsunfähigkeitsversicherung. Gleiches gilt auch für mit der Riester-Rente gekoppelte Berufsunfähigkeitsversicherungen, die bei Kündigung der Riester-Rente voll besteuert werden müssen. Während die Riester-Rente bespart wird, können Sparer von attraktiven Steuervorteilen profitieren – bei Kündigung oder Stilllegung der Riester-Vorsorge aber greifen diese Steuervorteile für die private Berufsunfähigkeitsversicherung nicht mehr.

Eine Unfallversicherung als Alternative zur privaten Berufsunfähigkeitsversicherung ist ebenfalls wenig ratsam, da diese nur bei Unfällen zahlt. Dann sind die Leistungen zwar meist auch recht stattlich, was aber macht man bei einer Berufsunfähigkeit aufgrund von Krankheit?

Eine weitere Alternative ist die Grundfähigkeitsversicherung. Diese zahlt allerdings nur bei dem Verlust bestimmter Fähigkeiten, etwa beim Verlust des Gehöres oder des Augenlichts und ist aufgrund dieser Einschränkungen nur bedingt zu empfehlen.

Checkliste: Weitere Aspekte, auf welche man vor dem Abschluss achten sollte

Sehr wichtig ist es, alle Fragen zur eigenen Person beziehungsweise zum Gesundheitszustand wahrheitsgetreu zu beantworten. Die Höhe des Beitrages zur Versicherung ist nämlich nicht nur vom Alter des Versicherten, sondern auch von dessen Vorerkrankungen abhängig.

Hat man hier bei den Angaben geschummelt und seine Melde- und Anzeigepflicht verletzt, kann die Versicherung später ihre Leistungen im schlimmsten Fall versagen. Empfehlenswert ist es aus diesem Grund, sich bereits vor Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung eine Art Checkliste mit seinen bisherigen Erkrankungen zu erstellen.