Zu beachten: Klauseln der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung

Wenn Sie einen Vertrag für eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen wollen, dann sollten Sie vorher unbedingt das Kleingedruckte (d.h. die Vertrags-Klauseln) lesen.

Es gibt nämlich einige Klauseln, die auf keinen Fall in solch einem Vertrag für eine Berufsunfähigkeitsversicherung stehen dürfen.

Wenn Sie also einen von den folgenden Klauseln entdecken sollten, dann unterschreiben Sie diesen Vertrag unter keinen Umständen:

  • Abstrakte Verweisung: Das bedeutet, dass der Anbieter Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung im Schadensfall eine Zahlung verweigern kann, wenn Sie immer noch in der Lage sein sollten, einen anderen Beruf auszuüben, der Ihrer bisherigen Lebensstellung und Ausbildung entspricht. Sie müssen auch dann eine andere Arbeit annehmen, selbst wenn das Einkommen bis zu 20 % niedriger als bisher ist. Die einzige Voraussetzung ist, dass Sie die Arbeit verrichten können. Im Klartext beinhaltet diese Vertrags-Klausel: Die Aufgaben eines simplen Bürojobs oder eines Pförtners könnten Sie in den meisten Fällen bewältigen.
  • Der Prognose-Zeitraum, in dem Sie voraussichtlich für berufsunfähig erklärt werden müssen, sollte nicht mehr als sechs Monate betragen. Das heißt: In dem Vertrag steht, dass Sie ein ärztliches Gutachten vorlegen müssen, in dem bescheinigt ist, dass Sie zum Beispiel drei Jahre lang berufsunfähig sein werden. Einen Vertrag mit solch einer Klausel sollten Sie unbedingt ablehnen!
  • Arztanordnungs-Klausel: Mit dieser Vertrags-Klausel könnten die Versicherungsgesellschaften den Versicherten in die Pflicht setzen, sich einer ärztlichen Behandlung oder Therapie zu unterziehen. Bei Weigerung des Versicherten könnte die Versicherungsgesellschaft die Berufsunfähigkeits-Rente entweder kürzen oder total verweigern.

Wenn hingegen die folgenden Klauseln in Ihrem potenziellen Vertrag für eine Berufsunfähigkeitsversicherung enthalten sind, dann können Sie sicher sein, dass Sie eine gute Versicherungsgesellschaft gefunden haben:

  • Vertrags-Klausel über eine Rückwirkende Zahlung für mind. drei Jahre: Diese Vertrags-Klausel ist wichtig, da eine Berufsunfähigkeit meistens schleichend entsteht und die Folgen einer Erkrankung oft zu Beginn unterschätzt werden. Wenn schließlich nach einigen Monaten oder Jahren dann doch eine Berufsunfähigkeit eintreten sollte, trifft es den Arbeitnehmer oft finanziell sehr hart.
  • Zinslose Stundung auf Antrag: Die Versicherungsgesellschaft zahlt Ihnen auch während der Prüfphase eine Berufsunfähigkeits-Rente. Diese Vertrags-Klausel ist besonders vorteilhaft, da Sie genau dann meist kein Einkommen haben.
  • Nachversicherungsgarantie: Sie können nach Eintritt besonderer Ereignisse (Jobwechsel, Heirat) Ihre Berufsunfähigkeits-Rente erhöhen, und zwar ohne eine erneute Gesundheitsprüfung. Somit ist dies eine besonders wichtige Klausel für Berufseinsteiger!
  • Garantierte Rentensteigerung während der Auszahlungsphase: Dies dient dann als Ausgleich zur Inflation, die jährlich mit 2 – 3 % angerechnet wird.
  • Das Rücktrittsrecht der Versicherungsgesellschaft ist auf fünf Jahre oder weniger begrenzt.
  • Vertrags-Klausel über einen weltweiten Versicherungsschutz: Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung greift weltweit.